Golfschläger-Set für Einsteiger
Was brauchst du wirklich, was kostet es und worauf kommt es an
14 Schläger sind erlaubt, du brauchst nicht alle
Die Golfregeln erlauben maximal 14 Schläger in der Tasche. PGA-Tour-Spieler nutzen diese 14 tatsächlich aus, vom 60°-Lob-Wedge bis zum spezifisch konfigurierten Driver. Als Einsteiger brauchst du das nicht.
Acht bis neun Schläger sind ein vollständiges, funktionierendes Set für jemanden, der das Spiel lernt. Mehr Schläger bedeuten mehr Entscheidungen am Ball, und am Anfang bremst das mehr als es hilft. Die Schläge, die du verlierst, liegen nicht an den fehlenden Schlägern. Sie liegen am Trefferbild.
Wer mit einem schlanken Set startet, lernt jeden Schläger schneller kennen. Du weißt nach 20 Runden, wie weit dein 7er fliegt. Das ist wertvoller als ein 3er-Eisen das du nie sauber triffst.
Das Pflichtprogramm: Diese Schläger kommen ins Bag
Für einen Einsteiger ist folgendes Set komplett: ein Driver, ein Hybrid oder 5er-Fairwayholz, Eisen 6 bis Pitching-Wedge, ein Sand-Wedge und ein Putter. Das sind neun Schläger. Für jede Lage auf dem Platz hast du damit eine sinnvolle Option.
Der Driver bringt dich von der Abschlagsmarkierung weg. Ein Hybrid übernimmt die Arbeit von langen Eisen auf dem Fairway und ist deutlich leichter zu spielen als ein 3er oder 4er-Eisen. Das Eisen-Set von 6 bis PW deckt Distanzen von ungefähr 80 bis 150 Metern ab. Der Sand-Wedge ist unverzichtbar, weil du in Bunkern landest. Ein Putter braucht keine Erklärung.
Lange Eisen mit Nummern unter 6 kannst du am Anfang weglassen. Ein 3er oder 4er-Eisen ist selbst für viele fortgeschrittene Golfer anspruchsvoll, weil das Trefferbild sehr präzise sein muss damit der Ball fliegt. Ein Hybrid macht dieselben Distanzen und verzeiht deutlich mehr.
Budget und was du dafür bekommst
Unter 300 Euro bekommst du gut erhaltene Gebrauchte von bekannten Marken aus der Vorsaison. Plattformen wie eBay Kleinanzeigen oder GolfBid.de haben regelmäßig komplette Sets für 100 bis 250 Euro. Der Zustand der Schlägerköpfe ist meistens gut. Leichte Gebrauchsspuren oben am Driver-Crown sind irrelevant, tiefe Kratzer an der Eisen-Schlagfläche weniger.
Zwischen 300 und 700 Euro liegt das Segment der Einsteiger-Komplettsets von der Stange. Das TaylorMade RBZ SpeedLite Set ist eine häufige Empfehlung, solide Fehlerverzeihung und vernünftiger Schaft. Das Callaway Edge Set liegt im ähnlichen Preisbereich und bringt etwas bessere Eisen mit sich. Beide Sets funktionieren gut und halten mehrere Jahre.
Über 700 Euro geht es in Richtung Saisonsets von Ping oder TaylorMade mit aktuellem Technologiestand. Für jemanden der das Spiel gerade lernt ist das zu früh investiert. Dieses Budget wird sinnvoller eingesetzt, wenn du bereits einen stabilen Schwung hast und weißt was du vom Equipment brauchst.
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Schaftflex: Regular ist fast immer die richtige Wahl
Der Schaft beeinflusst, wann er sich beim Durchschwung biegt und wie er beim Treffpunkt zurückschlägt. Zu steif für deine Schwunggeschwindigkeit, und der Schaft hat seinen Kick-Point noch nicht erreicht wenn du den Ball triffst. Zu weich, und er kommt zu früh durch.
Für die meisten Einsteiger ist Regular-Flex die richtige Wahl. Wer unter 70 mph Schlägerkopfgeschwindigkeit beim Driver hat, kann Senior-Flex in Betracht ziehen. Stiff-Schaft solltest du als Einsteiger ignorieren. Er wird oft als Zeichen von Ernsthaftigkeit vermarktet, aber schnell und erfahren ist nicht dasselbe.
Bei Material gilt: Graphit-Schäfte in Driver und Fairwayhölzern sind Standard. Bei Eisen kommt es auf die Schwunggeschwindigkeit an. Unter 85 mph macht Graphit in den Eisen Sinn, weil er leichter ist und das Ballstarten erleichtert. Über 85 mph ist Stahl die robustere Wahl mit besserem Gefühl.
Fitting als Einsteiger: Wann macht es Sinn?
Ein vollständiges Club-Fitting vor HCP 20 ist meistens verschwendetes Geld. Nicht weil das Fitting nichts bringt, sondern weil sich dein Schwung in den ersten Jahren noch zu stark verändert. Ein perfekt gefittetes Set für einen 36er ist nach zwei Jahren eventuell nicht mehr optimal.
Eine Ausnahme gilt, wenn du außerhalb der Standardmaße liegst. Golfer unter 1,65m oder über 1,90m sollten die Schaftlänge prüfen lassen. Gleiches gilt für sehr schnelle Schwünger über 100 mph oder sehr langsame unter 65 mph. Standard-Länge und Regular-Schaft passen für ungefähr 85 Prozent aller Einsteiger ohne Anpassung.
Was sich früh lohnt, ist eine kurze Lesson beim Golflehrer mit dem neuen Set. 30 Minuten mit einem Pro zeigen dir mehr als jedes Fitting, weil du lernst wie du die Schläger überhaupt einsetzen sollst.
Welches Set passt zu dir?
Wenn du unsicher bist welche Schläger zu deinem Spiel passen, hilft der Club Finder auf dieser Seite. Du gibst dein Handicap, deine Schwunggeschwindigkeit und dein Budget ein und bekommst konkrete Empfehlungen für jeden Schlägerttyp.
Als Faustregel gilt: Kaufe kein Set bei dem du dir sagst 'da wachse ich rein'. Kaufe ein Set das zu deinem Spiel heute passt. In zwei bis drei Jahren, wenn dein Handicap unter 20 ist, weißt du selbst besser was du als nächstes brauchst.
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Über den Autor
MoritzGolfer und Gründer von PlayBirdie. Ich schreibe hier über Equipment, Technik und Golf-Daten — auf Basis eigener Erfahrung auf dem Platz, nicht aus Pressemitteilungen. Affiliate-Links helfen, die Seite zu finanzieren, ohne die redaktionelle Unabhängigkeit zu beeinflussen.
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